Wie von verschiedenen befreundeten Gruppen berichtet gibt es in der atheistischen Szene Aufregung um eine Entdeckung des neuen Weltraumteleskops James Webb. Einige Aufnahmen zeigen eine Teekanne, von Experten auf die 1950er-Jahre datiert, auf einer heliozentrischen Umlaufbahn zwischen Erde und Mars. Es wird von vielen angenommen, dass es sich um “Russels Teekanne” handeln dürfte.

Bertrand Russel war ein Philosoph, Mathematiker und Logiker, Mitverfasser des Grundlagenwerks Principia Mathematica und Aktivist für Frieden und Abrüstung. Er postulierte in den 1950-er-Jahren eine Teekanne, die auf einer Umlaufbahn zwischen Erde und Mars um die Sonne kreisen und mit den damaligen Teleskopen nicht entdeckbar sein soll. Damit wollte er in Analogie zu Religionen demonstrieren, dass die Beweislast für Behauptungen bei jenen liegt, die sie aufstellen.

Die Entdeckung der Teekanne des großen Humanisten Bertrand Russel ist ein wunderbares Beispiel für ein wissenschaftsorientiertes Weltbild, in dem die Menschheit in internationaler Zusammenarbeit ihr Wissen ständig um neue Informationen bereichert. 

Während die atheistischen FreundInnen über die Interpretation dieser Entdeckung und die Schwächung eines atheistischen Kernarguments diskutieren, sieht der Humanistische Verband Österreich darin kein Problem für sein Weltbild. Humanistische Werte, Menschenrechte und Respekt vor anderen Menschen und der Umwelt sind positive Werte für sich, sie sind nicht auf Argumente für oder wider die Existenz von GöttInnen angewiesen.

Wir betrachten die Diskussion interessiert und appellieren an die atheistischen Gruppen, sich friedlich über die Folgen dieser Entdeckung zu unterhalten. 

Humanistischer Verband Österreich | HVÖ