Europäische Werte

Kurzerklärung der Europäischen Werte

Die Europäische Hochkultur entstand in 6 Stufen:

Den 6 grundlegenden Europäischen Werte

Diese 6 Europäischen Werte zusammen ergeben ein
voll entwickeltes
„Humanistisches Weltbild“

Das humanistische Weltbild ist in der Antike bei den Griechen entstanden und wurde durch die Renaissance, der Wiedergeburt der Antike, und der damit verbundenen Wiedergeburt des humanistischen Denkens neu entfacht.

Ein voll entwickeltes humanistisches Weltbild entsteht auf dem Fundament der oben dargestellten sechs Stufen. Diese sechs Stufen sind gleichzeitig die sechs grundlegenden europäischen Werte, die die Basis für unsere heutige europäische Hochkultur sind. Aus ihnen lassen sich alle anderen europäischen Werte ableiten.

Das humanistische Weltbild startet mit dem Denken dem Menschen einen Wert zu geben (Humanistisches Denken) und schließt mit dem Denken allen Menschen einen Wert zu geben (Menschenrechte).

Es ist eine Weltsicht von Menschen für Menschen.

→Was hat uns dieses humanistische Weltbild nun gebracht?

Erklärung der einzelnen Werte

Stufe 1 - Humanistisches Denken

Das lateinische Wort „humanus“ bedeutet „menschlich, menschenfreundlich, gebildet, kultiviert“.

Das lateinische Wort „humanitas“ bedeutet „Menschlichkeit“.

Unser heutiges humanistisches Denken wird neu eingeleitet durch die Zeit des „Humanismus“. Der Humanismus bezeichnet ein Denken und Handeln, das auf dem Bildungsideal der griechischen und römischen Antike gründet. Dieses zeichnet sich durch das Bewusstsein für die Würde des Menschen aus.

In der Zeit der Renaissance wurde diese Geistesströmung neu entdeckt und wieder belebt.

Der Entwicklungsbeginn der heutigen Europäischen Werte ist die Abkehr vom theozentrischen Weltbild (Gott steht im Mittelpunkt) des Mittelalters. Es kommt zu einer Hinwendung zum anthropozentrischen Weltbild der Neuzeit. „Anthropos“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Mensch“. In diesem Weltbild steht also der Mensch im Zentrum. Das Wohlergehen des einzelnen Menschen wird immer mehr zum Mittelpunkt des Handelns und Denkens.

 

Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

Entwicklung vom Mittelalter bis heute

Welche Veränderungen bezüglich Staat und Religion hat Humanistisches Denken bewirkt?

Wie wird der Begriff Humanistisches Denken zweckentfremdet?

Stufe 2 - Rationalität

Das lateinische Wort „ratio“ bedeutet „Vernunft, Verstand“.

Ein Rationalist legt seiner philosophischen Welterklärung vor allem die vernünftige Schlussfolgerung zu Grunde.

Als Rationalität wird eine Geisteshaltung bezeichnet, die das rationale Denken, also das von der Vernunft bestimmte Denken, als einzige Erkenntnisquelle ansieht.

Rationalität bedeutet, dass man Aussagen anhand ihres Inhaltes beurteilt und nicht auf Grund der Autorität oder Institution, die diese gemacht hat. Auch erfolgt die Beurteilung nicht danach, wie viele Menschen diese Aussage teilen, oder auf Grund der Tatsache, dass die Aussage einem Gott zugeschrieben wird. Rationalität beinhaltet auch die Fähigkeit, selbst sogenannte „gottgegebene Argumente“ als falsch entlarven zu können. Verknüpft mit der griechischen Tradition der logischen Debatte wird das rationalistische Prinzip in zahlreichen Zusammenhängen angewendet und bildet auch den Kern wissenschaftlichen Arbeitens. Im Zeitalter der Aufklärung wurde die Vernunft von Descartes und anderen Philosophen und Wissenschaftlern auf immer mehr Lebensbereiche angewendet, wodurch Aberglaube entlarvt und eine wissenschaftliche Revolution entfacht wurde.

→ Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

→ Entwicklung vom Mittelalter bis heute

→ Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat vernünftiges Denken (Rationalität) bewirkt?

→ Wie wird der Begriff der Rationalität zweckentfremdet?

Stufe 3 - Säkularität

Säkularität = Trennung von Staat & Religion

Säkularität bezeichnet die Trennung staatlicher und religiöser Organisationen per Gesetz. Die Trennung von Politik und Religion, Staat und Staatskirche.

Entwicklung vom Mittelalter bis heute

  • Den säkularen Menschen zeichnet im Gegensatz zum religiösen Menschen aus, dass er seine Religion nur mehr im privaten Bereich praktiziert und „göttliche Politik“ von der „irdischen Politik“ zu trennen weiß.
  • Den säkularen Menschen zeichnet im Gegensatz zum religiösen Menschen aus, dass er die Gesetze der Menschen achtet und die Religion nur als Mittel der persönlichen und privaten Entwicklung ansieht.
  • Den säkularen Menschen zeichnet im Gegensatz zum religiösen Menschen aus, dass er keine religiösen Gesetze, die „von Gott“ oder Gottesmännern stammen, befolgen oder Angst vor Bestrafungen durch religiöse Instanzen haben muss. Der säkulare Mensch ist an die Gesetze seines Staates, die von Menschen gemacht wurden, gebunden. Es unterliegt seiner persönlichen Freiheit, ob er/sie religiöse Vorschriften befolgen möchte oder nicht.

Religion hat sich heute nicht mehr in das Denken und Handeln des Einzelnen einzumischen, sie hat keine Denk- und Handlungsverbote mehr auszusprechen. Religiöse Regeln zu befolgen obliegt der persönlichen Freiheit des Einzelnen. Niemand kann mehr gezwungen werden, bestimmte religiöse Handlungen zu vollziehen, oder bestraft werden, wenn er dies nicht tut. Religion ist Privatsache und muss sich unter allen Umständen der Verfassung und den Grundgesetzen unterordnen. Die Deutungshoheit der Welt und ihrer Phänomene liegt allein bei der Vernunft. Nur der klare Verstand entwickelt immer wieder neue Wege, sich den ständig ändernden Bedingungen der Welt anzupassen und Lösungen zu finden.

Erst durch den Einsatz von Vernunft konnte es zur Säkularisierung kommen, da erst das rationale Denken religiöse Dogmen demontieren konnte. Dadurch entstand in späterer Folge der Wunsch, dass das gesellschaftliche Zusammenleben durch vernünftige statt durch dogmatische Vorschriften geregelt werden sollte. Die Trennung von religiöser und weltlicher Macht wurde mehr und mehr angestrebt, und die Säkularität konnte in Europa verwirklicht werden.

Diese strikte Trennung von weltlicher und religiöser Macht ist aus mehreren Gründen für unsere heutige Gesellschaft äußerst wichtig:

Besitzt die Religion politische und gesellschaftliche Macht, ist es ein allzu menschlicher Zug, dass die Inhaber dieser Macht diese gerne behalten möchten. Solch ein Streben ist in diesem Zusammenhang jedoch problematisch, da das Glaubensgebäude, das diese Macht legitimiert, natürlich unter allen Umständen erhalten werden muss. Wenn Religion politische und weltliche Macht besitzt, ist die Wissenschaft eine Bedrohung für diese Macht, denn wenn die Wissenschaft auf Grund ihrer Erkenntnisse religiöse Dogmen als unlogisch aufdeckt, verlieren die religiösen Machthaber die Legitimation für ihre Regeln oder Gesetze. Nur die strikte Trennung von weltlicher und religiöser Macht garantiert, dass die Wissenschaft frei arbeiten und die Entwicklung unserer Gesellschaft stützen kann. Genau diese Trennung ist ein Grund für die wirtschaftliche und soziale Erfolgsgeschichte Europas!

Außerdem sorgt diese Trennung dafür, dass die Gesetze, die wir für unser Zusammenleben entwickelt haben, von Menschen gemacht sind. Aus diesem Grund können sie auch von Menschen wieder geändert und an neue Entwicklungen angepasst werden. Dadurch sind die Gesetze für den Menschen da und nicht der Mensch für die Gesetze. Wenn religiöse Instanzen Gesetze für das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmen, dann berufen sich diese auf Gott. Da Gottes Wort als unfehlbar gilt, sind diese Gesetze dann im Allgemeinen nicht veränderbar und können, wenn sie veraltern, zu einer großen Belastung und Einschränkung für eine Gesellschaft werden. Man denke an Gesetze aus dem Mittelalter, die heute Anwendung finden sollen, wie z.B. die religiöse Scharia-Gesetzgebung im Iran: Steinigung bei Ehebruch oder Abhacken der Hände bei Diebstahl.

 

Krönung des Kaisers durch den Papst

Säkularität ist die Scheidung der Ehe zwischen weltlicher und religiöser Macht.

Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat säkulares Denken (Säkularität) bewirkt?

Wie wird der Begriff der Säkularität zweckentfremdet?

Stufe 4 - Rechtsstaatlichkeit

Der moderne Rechtsstaat hat seine Wurzeln in der Philosophie der Aufklärung, wobei ein Durchbruch erst im 18. Jahrhundert mit der Französischen Revolution gelang.

Rechtsstaatlichkeit beinhaltet im Wesentlichen 4 Prinzipien:

      • Grundrechte (Grundgesetz)
      • Gewaltenteilung
      • Berechenbarkeit staatlichen Handelns
      • Sicherungsmechanismen.

Grundrechte:
Rechtsstaatlichkeit ist gleichbedeutend mit „Freiheit vom Staat”.

Der Einzelne hat Grund- und Freiheits- bzw. Menschenrechte, über deren Nichtgewährung oder Verletzung eine unabhängige Instanz wacht, die der Einzelne zur Durchsetzung seiner Ansprüche anrufen kann.

Diese Rechtsstaatlichkeit macht keine Unterschiede und steht jedem Bürger gleichermaßen zu („Gleichheit vor dem Gesetz”).

Gewaltenteilung:

Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in welchem es eine Bindung der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit an die Gesetzgebung gibt. Unter Gewaltenteilung versteht man die Trennung der Staatsgewalten (Gesetzgebung, Verwaltung, Gerichtsbarkeit), sprich die Aufteilung der Staatsmacht auf Legislative (gesetzgebende Organe), Exekutive (Staatsgewalt vollziehende Organe) und Judikative (rechtsprechende Organe).

Berechenbarkeit staatlichen Handelns:
In einem Rechtsstaat wird die Rechtsordnung in einer Art und Weise inhaltlich vorher bestimmbar formuliert, die dem jeweiligen Bürger ein gesetzeskonformes Verhalten ermöglicht bzw. durchsetzbare Ansprüche gewährt. D.h. dass staatliches Handeln vorhersehbar und berechenbar ist.

  • Gesetzmäßigkeit (Staatliches Handeln darf mit keinem Gesetz im Widerspruch sein.)
  • Verhältnismäßigkeit (Jede Maßnahme muss geeignet, erforderlich und angemessen sein.)
  • Übergangs- und Anpassungsregelungen bei Veränderung traditioneller Zustände

Sicherungsmechanismen:

„Checks and balances“

Durch die Sicherungsmechanismen kontrollieren sich die 3 Staatsorgane ständig gegenseitig, damit es zu keinem Missbrauch der jeweiligen Macht kommen kann. Falls eine der Staatsgewalten versucht, ihren Machtbereich auszuweiten oder in den Bereich einer anderen einzugreifen, besitzen die beiden anderen Staatsorgane entsprechende Sicherungsmechanismen, um die eigenen Interessen zu verteidigen.

Besonderes Augenmerk muss hier immer auf die Legislative bzw. die Klasse der „Politiker“ gerichtet sein, denn sie bestimmen neue Beamten, Richter, Staatsanwälte und auch über die Einleitung von Strafverfahren, usw.

Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat rechtsstaatliches Denken bewirkt?

Wie wird der Begriff der Rechtsstaatlichkeit zweckentfremdet?

Stufe 5 - Demokratie

Was bedeutet „Demokratie“?

Demokratie ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern „demos“ für „Volk“ und „kratein“ für „herrschen“ und bezeichnet eine Volksherrschaft bzw. eine Herrschaft durch das Volk.

„Demokratie“ ist die Bezeichnung für eine politische Ordnung, in der sich die Herrschaft auf den Willen des Volkes beruft und die Regierenden dem Volk rechenschaftspflichtig sind.

 

Welche Grundstandards muss eine Demokratie erfüllen?

Eine Demokratie ist nur dann eine Demokratie,

  • wenn die tatsächliche Herrschaft vom Volk ausgeht.
  • wenn die Herrscher (die vom Volk gewählten Vertreter) regelmäßig durch das Volk in freien Wahlen neu gewählt werden.

 

1) Welche Grundstandards muss eine demokratische Regierung erfüllen?

  • Freie Wahlen
    In einer Demokratie wird die Regierung in regelmäßiger, freier, geheimer, unverfälschter und allgemeiner Volkswahl gewählt und kann vom Volk bzw. seinen Repräsentanten auch abgewählt werden. Zusätzlich wird die Regierung vom Volk bzw. seinen Repräsentanten kontrolliert.
  • Demokratische Verfassung
    Die Regierung ist ferner auf das Rechtsstaatsprinzip (d. h. ihre Handlungen müssen mit der Verfassung und den Gesetzen übereinstimmen) und auf das Mehrheitsprinzip (d. h. ihre Handlungen müssen dem Mehrheitswillen folgen) aufgebaut.
  • Vorhandensein einer Opposition
    Ein weiteres zentrales Merkmal der Demokratie ist ein hohes Maß an Meinungsfreiheit und -vielfalt sowie das Vorhandensein einer Opposition.
    • Mindestens 2 Parteien,
      die 2 unterschiedliche Standpunkte vertreten.
      die unter Berücksichtigung demokratischer Spielregeln miteinander umgehen.

 

2) Welche Grundstandards muss eine demokratische Wahl erfüllen?

  • Gleichheit: Jeder Wahlberechtigte muss an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen dürfen und hat genau eine Stimme.
  • Freiheit: Es darf kein Zwang ausgeübt werden. Um dem vorzubeugen, wird häufig geheim gewählt.
  • Passives Wahlrecht: Jeder Wahlberechtigte sollte bei Personalentscheidungen kandidieren dürfen.
  • Alternativen: Eine echte Entscheidung kann nur getroffen werden, wenn es mehrere Alternativen gibt.
  • Resultat: Sieger ist der, der am meisten demokratische Stimmen für sich gewonnen hat (Mehrheitsprinzip) oder der, der nach den demokratischen Spielregeln laut Verfassung zum Sieger erklärt wird.

 

Was ist keine Demokratie?

Es ist keine Demokratie,

  • wenn eine Diktatur vorherrscht, d.h. eine Zwangsherrschaft durch einen Diktator, eine politische Partei oder eine andere Gruppe.
    • Militärdiktatur: Herrschaft durch das Militär
    • Diktatur des Proletariats (Kommunismus: Eine einzige Partei herrscht diktatorisch!)
    • Theokratie: (griechisch „theos“ = Gott) ein Gottesstaat, Herrschaft durch eine göttlich erwählte Person oder die Priesterklasse, wörtlich „Gottesherrschaft“ mit einem weltlichen und geistlichen Herrscher in einer Person.
  • wenn die Herrscher bestimmen, wer Herrscher bleibt.
  • wenn es keine freien und regelmäßigen Wahlen gibt.
  • wenn die Opposition keinen Zugang zu den Medien hat, sich nicht Gehör verschaffen kann.
  • wenn die Presse nicht frei berichten kann.
  • wenn Menschen willkürlich vom aktiven oder passiven Wahlrecht ausgeschlossen werden.
  • wenn es nur eine Partei gibt.
  • wenn der Staat kein säkularer Rechtsstaat ist, es z.B. keine Meinungsfreiheit gibt, usw.

Eine Demokratie kann erst dann richtig funktionieren, wenn sie das davor herrschende politische Machtsystem vollständig umgewandelt hat.

Die Staatsform einer funktionierenden Demokratie zu etablieren ist außerordentlich schwierig. Sie kann sehr leicht wieder verloren gehen und in eine der oben beschriebenen Formen einer „Pseudodemokratie“ umgewandelt werden.

 

Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

Entwicklung vom Mittelalter bis heute

Welche Veränderung bezüglich Staat und Religion hat demokratisches Denken bewirkt?

Wie wird der Begriff der Demokratie zweckentfremdet?

Stufe 6 - Menschenrechte

Die Allgemeinen Menschenrechte sind der größte Erfolg menschlicher Entwicklung, denn zum ersten Mal sollten die gleichen Rechte für alle Menschen weltweit gelten!

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Für alle 30 Artikel plus Vorwort, welche am 10. Dezember 1948 von der UNO verabschiedet wurden, siehe: http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

Die 3 Säulen der Menschenrechte:

  • Freiheit: Alle Menschen besitzen Gedanken-, Gewissens-, Religions-, Presse- und die Meinungsfreiheit, welche durch die Menschenrechte geschützt werden.
  • Gleichheit: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz. D.h. es darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen , Geburt oder sonstigem Stand. Jeder genießt den gleichen Schutz vor allen Formen der Diskriminierung, einschließlich der vollen Gleichberechtigung von Mann und Frau.
  • Solidarität: Alle Menschen besitzen auch wirtschaftliche und soziale Rechte, wie etwa das Recht auf soziale Sicherheit, gerechte Bezahlung, das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, Gesundheit und das Recht auf Zugang zur Bildung, welcher integraler Bestandteil des Menschenrechtssystems ist.

Diese Rechte sind in folgenden fünf Rubriken näher ausgeführt: politische, bürgerliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte.

Menschenrechte sind beschränkt durch die Rechte und Freiheiten anderer oder durch Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des Gemeinwohls in einer demokratischen Gesellschaft (Art. 29 AEMR).

Die Menschenrechte anderer müssen anerkannt, nicht nur geduldet werden. Einzelne Menschenrechte dürfen nicht dazu verwendet werden, um andere Menschenrechte zu verletzen (Art. 30 AEMR).

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) ist der elementarste Grundrechtskatalog der Weltgemeinschaft und wie es im Vorwort heißt „das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal“.

Mit dieser Erklärung schließt sich der Kreis, der mit dem Humanistischen Denken begann. Denn das Humanistische Denken war der erste Schritt auf einem Weg, der zu einer menschenzentrierten internationalen Ordnung führte. In dieser neuen Ordnung lasst der Mensch seine Handlungen nicht mehr von staatlichen oder religiösen Institutionen einengen.

 

Entwicklung vom Mittelalter bis heute

Anbei einige Beispiele, die die Auswirkung dieses neuen Denkens veranschaulichen:

Was hat die Anerkennung der Menschenrechte verändert?

Wie werden Teile der Menschenrechte missachtet oder zweckentfremdet?

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Die grundlegenden Europäischen Werte

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Humanisten international

Wege zum Humanismus

Hausverstand
Eine Welt voll unvorstellbarem Leid: Ein allmächtiger Gott steht dem gleichgültig gegenüber, dann ist er nicht allgütig. Ist er nicht gleichgültig, dann ist er nicht allmächtig und nicht Gott.
Wissenschaft
Jede Theorie muss falsifizierbar sein, sonst ist die Aussage nicht verbindlich. Alle religiösen Offenbarungen sind gesetzt. Sie sind keine nachprüfbaren Aussagen. Jede Zweit- und Drittrealität führt zum gedanklichen Chaos.
Sprache
Der Alltag ist durchdrungen von Denkmustern, Traditionen und Begriffen der Religionen. Wer die Sprache diktiert, hat die Hirne in der Hand.
Geschichte
Die Geschichte der Religionen ist eine unfassbare Ansammlung von schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Soziologie
Menschen lassen sich auf kolossale Dummheiten ein, wenn sie nur zusammen sein können. Gemeinschaft geht vor Logik und Stringenz.
Ethik
Der Mensch ist kein Sünder, sondern er ist wie er ist. Er kann sich seine Regeln sehr gut selbst geben und sie auch den Umständen anpassen.
Religion
Heilige Bücher sind eine Ansammlung von grausamsten Strafandrohungen und Strafphantasien für Nichtgläubige und Nicht-Angepasste.
Pädagogik
Kindern sollte man die Welt erklären, und sie nicht verwirren. Kinder zu prägen ist Unrecht, Geist wie Körper. Niemand prägt mehr den Körper, wie früher, aber indoktriniert wird noch.
Politik
Religion ist Auslegungssache, alles ist vage, damit ist sie das Einfallstor für Willkür. In der Politik ist Religion Gift. Erfolgreiche Staaten trennen Politik und Religion konsequent.
Naturwissenschaft
Die Evolution erklärt die Entstehung des Menschen. Andere Erklärungen sind komplizierter und überflüssig.