Bedeutende Streaming Aufführung des Theaters in der Josefstadt von Schnitzlers „Professor Bernardi“ – sehr zu empfehlen!

Derzeit noch in der ORF TVthek bis 5.März zu sehen!

Bedeutende Streaming Aufführung des Theaters in der Josefstadt

von Schnitzlers „Professor Bernardi“ – sehr zu empfehlen!

Derzeit noch in der ORF TVthek bis 5.März zu sehen!
https://tvthek.orf.at/profile/So-ein-Theater/13892206/So-ein-Theater-Wir-spielen-fuer-Oesterreich-Aus-dem-Theater-in-der-Josefstadt-Professor-Bernhardi/14083385

Bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918 war das Stück in Österreich verboten. Auch ab den 1930er Jahren wurde das Stück dann vor allem in Österreich und im Deutschen Reich kaum oder gar nicht mehr aufgeführt, auch nach 1945 im deutschen Sprachraum eher selten. In Wien wird es seit etwa 1980 „als Metapher auf den Untergang des Abendlandes gedeutet, darunter kann einerseits der Zerfall der gleichermaßen polyglott-liberal, deutschnational- und klerikal-geprägten Donaumonarchie verstanden werden, andererseits auch das Erstarken eines politischen Antisemitismus, des Nährbodens der hitlerischen Gesinnung“ – so der eher nichtssagende Eintrag in Wikipedia.

In Wahrheit kann das Werk aber auch als ein Stück über den Schlüssel gedeutet werden, der in fast alle Problemschlösser passt: Die dogmatische Religion als Antagonismus zum intuitiv menschlichen Handeln nach empathischen Gesichtspunkten. Der bornierte katholische Priester, der seiner „Pflicht“ als „Seelsorger“ nachkommt, ohne zu merken, dass er mit seiner Handlungsweise die letzten glücklichen Momente im Leben der jungen Frau zerstört, um sie von der „Sündenlast zu befreien“. Bernardi verhindert das erfolgreich,  gerät aber dadurch in einen Strudel von Schuld, Antisemitismus, innerbetrieblicher Anfeindungen, politischer Intrigen und ideologischer Diskurse.

Ein Lehrstück für alle Humanisten, wie schon vor rund 100 Jahren liberale Denker und Dichter versucht haben, der Menschlichkeit einen höheren Stellenwert zu geben als der tonangebenden religiösen Sozialisation.

Bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918 war das Stück in Österreich verboten. Auch ab den 1930er Jahren wurde das Stück dann vor allem in Österreich und im Deutschen Reich kaum oder gar nicht mehr aufgeführt, auch nach 1945 im deutschen Sprachraum eher selten. In Wien wird es seit etwa 1980 „als Metapher auf den Untergang des Abendlandes gedeutet, darunter kann einerseits der Zerfall der gleichermaßen polyglott-liberal, deutschnational- und klerikal-geprägten Donaumonarchie verstanden werden, andererseits auch das Erstarken eines politischen Antisemitismus, des Nährbodens der hitlerischen Gesinnung“ – so der eher nichtssagende Eintrag in Wikipedia.

In Wahrheit kann das Werk aber auch als ein Stück über den Schlüssel gedeutet werden, der in fast alle Problemschlösser passt: Die dogmatische Religion als Antagonismus zum intuitiv menschlichen Handeln nach empathischen Gesichtspunkten. Der bornierte katholische Priester, der seiner „Pflicht“ als „Seelsorger“ nachkommt, ohne zu merken, dass er mit seiner Handlungsweise die letzten glücklichen Momente im Leben der jungen Frau zerstört, um sie von der „Sündenlast zu befreien“. Bernardi verhindert das erfolgreich,  gerät aber dadurch in einen Strudel von Schuld, Antisemitismus, innerbetrieblicher Anfeindungen, politischer Intrigen und ideologischer Diskurse.

Ein Lehrstück für alle Humanisten, wie schon vor rund 100 Jahren liberale Denker und Dichter versucht haben, der Menschlichkeit einen höheren Stellenwert zu geben als der tonangebenden religiösen Sozialisation.

Humanistischer Verband Österreich