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Stellungnahme der Konfessionsfreien zur Feiertagsdebatte aus Sicht des Humanistischen Verbandes Österreich

 von Gerhard ENGELMAYER

Der Humanistische Verband Österreich (HVÖ) und der Zentralrat der Konfessionsfreien zur Causa „kirchliche Feiertage“:

In einer pluralistischen Welt muss sich die Gesellschaft pluralistisch organisieren. Religionen sind Privatsache und der Staat muss diesen gegenüber neutral sein. Daher kann eine künftige Lösung dieser Frage nur darin bestehen, eine gewisse Anzahl von Feiertagen gesetzlich festzulegen, diese aber nicht religiös zu konnotieren (allenfalls historisch begründet). Das muss für alle gelten. Es kann nicht sein, dass religiöse Gruppen anderen, vor allem Nicht-Religiösen aufzwingen, an diesem Tag bestimmte Erwartungshaltungen einzunehmen, wie Trauer am Karfreitag. Das Kinoverbot am Karfreitag ist in Kärnten noch immer Gesetz.

Wie der Kurier heute auflistet, gibt es eine Unzahl von Feiertagen, die man berücksichtigen müsste und für alle gibt es aus Sicht der Betroffenen gute Gründe, sie zu feiern. Dazu kommt, dass wir aus historischen Gründen zu den 0,2%o Juden eine andere Beziehung haben als zu den etwa gleichstarken Buddhisten.

Wir müssen davon ausgehen, dass jemand, dem Religion wichtig ist, auch Opfer zu bringen bereit ist und wenigstens einen Urlaubstag für seine Religionsausübung „opfert“.  Weder von der Wirtschaft, noch vom Staat kann man solche Opfer sprich Zugeständnisse verlangen. Der Staat kann die Wichtigkeit sowie die Unabdingbarkeit von Feiertagen nicht einschätzen und soll sie auch nicht. Er soll nur die aus der Aufklärung stammende, also nicht-religiöse Sitte der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung von Religionen sicherstellen. Dazu gehört nicht die Sicherstellung von Vergünstigungen aus diesem Grund.

Die Debatte hat jedenfalls einen Missstand deutlich gemacht: Wer Probleme macht, ist in den Medien, wer keine macht, geht unter, wie die Konfessionsfreien. Sie haben auch Rechte und Spiritualität, selbstverständlich haben auch sie das Bedürfnis Tage zu feiern, wie nun in Thüringen den „Weltkindertag“. Sie kommen aber in der Debatte überhaupt nicht vor, obwohl sie mittlerweile die zweitgrößte Gruppe in diesem Land sind und täglich wachsen. Sie dürfen sich nicht einmal nennen, wie sie wollen. Sie heißen nämlich „Konfessionsfreie“, nicht „Konfessionslose“.

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